Und plötzlich bist Du tot!

Feldweg im Juli
Sonnenuntergang über den Feldern

HEYYYYYYYYYY, GEHT’S NOCH?

Ich habe in meinem Leben vorher noch nie einen Autofahrer so angeschrien, wie gestern. Hätte ich das nicht gemacht, wäre ich jetzt entweder im Krankenhaus oder tot.

Wer jetzt glaubt, ich übertreibe, nun … es hat nicht viel gefehlt und ich bin „knappe Situationen“ schon gewohnt. Gestern Abend jedoch brauchte ich danach 5 Minuten, um mich zu erholen, denn nach meinem „Absprung“ vom Fahrrad erwischte mich der Kotflügel des Autos nur noch am Schuh.

Ich habe eine Nacht gebraucht, um darüber schreiben zu können. Gestern war ich schon erstaunt, wie schnell ich mich wieder gefangen habe. Aber was genau war passiert?

Im komme aus einer Seitenstraße auf eine Querstraße zu und bleibe stehen, da von rechts zwei Autos kommen und ich weiter geradeaus fahren will. Der erste Wagen setzt einen Blinker und biegt ab, schneidet dabei die Kurve in meine Straße so eng, dass der Wagen direkt frontal auf mich zufährt. Als der Wagen nur noch ca. drei Meter von mir entfernt ist halte ich beide Bremsen fest, schreie den Fahrer an und springe von meinem Fahrrad zur rechten Seite ab.

Der Fahrer „sichtlich“ erschrocken reißt sofort das Lenkrad herum. Mein linker Schuh streift noch den Kotflügel des Autos beim Absprung und der Wagen kommt einige Meter hinter mir zum stehen …

Das Auto steht, der Fahrer bleibt im Auto sitzen und schlägt die Hände vor’s Gesicht … der zweite Wagen hat den Vorfall verfolgt, hält umgehend an und fragt, ob alles in Ordnung ist. Jetzt erkenne ich den Fahrer des Autos … eine Fahrerin augenscheinlich um die 30 Jahre jung. Sie steht mittlerweile mit den Händen vor dem Gesicht neben ihrem Auto, schaut mich an und wiederholt immer wieder den Satz

… es war meine Schuld,
es war meine Schuld …
hätten Sie nicht geschrien …

Auch sie steht offensichtlich ein wenig unter Schock … ich gehe bis auf wenige Meter auf sie zu und so genau ich den Unfallhergang hier beschreiben kann, so komplett unbekannt erinnere ich mich an die Sekunden, die sie vor dem Auto und ich 1-2 Meter vor ihr Stand. Ich habe nichts gesagt, irgendwie konnte ich nichts sagen. Der Fahrer des 2. Wagens erkundigte sich noch einmal ob es „uns“ gut geht und als wir das „bejahen“, schaue ich noch einmal zur Frau, drehe mich um, gehe zu meinem Rad und nehme wieder die Fahrt auf.

Jetzt, wo ich diese Zeilen schreiben, kommt alles noch einmal hoch. Den Unfallhergang könnte ich im Details verfilmen, die Minuten danach nur sehr wage, bis ich wieder auf dem Rad sitze, meine Trainingsfahrt fortsetze.

Leider habe ich von der „Kreuzung“ kein Foto gemacht, aber das Bild im Feld ist nur 800 Meter weiter entstanden. Auch hier habe ich dann noch einmal einige Minuten gehalten und über alles nachgedacht … meine Fahrt dann aber endgültig nach Hause fortgesetzt.

Gestern hätte es mich beinahe erwischt, im Stillstand.
Haltet die Augen offen, wenn ihr im Straßenverkehr unterwegs seid und weiter gute Fahrt!

P.S.: Und weil es für Polizeimeldungen wichtig ist:
Ich hatte einen Helm an!

Autor: Stefan

Ich befinde mich auf keinem Kreuzzug! Für mehr Respekt und Miteinander!

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